
Auf der Hannover Messe 2026 hatten wir die Gelegenheit, die Sandbatterie von Polar Night Energy aus Finnland kennenzulernen. Im persönlichen Austausch mit dem Unternehmen konnten wir uns von der einfachen, robusten Technik und dem innovativen Konzept überzeugen.

Die Grundidee ist ebenso einfach wie genial: Überschüssiger Strom aus Wind- und Solaranlagen wird genutzt, um Sand auf hohe Temperaturen zu erhitzen. Die gespeicherte Wärme kann bei Bedarf über Wochen oder sogar Monate hinweg wieder genutzt werden.
Besonders beeindruckend sind die Größenordnungen. Die Sandbatterie wird ab einer Nennleistung von 2 MW angeboten. Dabei kann die Ladeleistung flexibel von 0 bis 100 % geregelt werden, während die Wärmeabgabe praktisch stufenlos erfolgt. Eine 2-MW-Anlage verfügt über eine Speicherkapazität von rund 140 MWh Wärme. Das Verhältnis von Leistung zu Speicherkapazität liegt bei etwa 1:70. Größere Systeme können entsprechend skaliert werden und erreichen Speicherkapazitäten von mehreren hundert Megawattstunden.

Besonders interessant ist diese Technologie für Wärmenetze. Während Batteriespeicher Strom meist nur über Stunden oder wenige Tage speichern, ermöglicht die Sandbatterie eine langfristige Speicherung von Energie. Dadurch können Dunkelflauten besser überbrückt und saisonale Schwankungen zwischen Energieerzeugung und Wärmebedarf teilweise ausgeglichen werden.

Gerade für Kommunen, Stadtwerke und Energiegenossenschaften eröffnet dies neue Möglichkeiten, erneuerbare Energien effizienter zu nutzen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren. Voraussetzung ist allerdings eine ausreichend dimensionierte elektrische Anschlussleistung. Für die kleinste verfügbare Anlage werden etwa 2 MW freie elektrische Leistung benötigt.

Auch wir bei der Dolfenger Energie eG verfolgen diese Entwicklung mit großem Interesse. Die Kombination aus hoher Speicherkapazität, einfacher Technik und der Möglichkeit, erneuerbare Energie langfristig nutzbar zu machen, macht die Sandbatterie zu einem äußerst spannenden Ansatz für die zukünftige Wärmeversorgung.